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IWF-Bericht liefert Indizien für zunehmende Abkehr vom US-Dollar

01.10.2018  |  Redaktion
Der Internationale Währungsfonds veröffentlichte kürzlich die Daten zur Zusammensetzung der weltweiten offiziellen Devisenreserven im zweiten Quartal 2018. Wie ZeroHedge gestern berichtete, lassen sich in erster Linie zwei Entwicklungen beobachten: der Rückgang der US-Dollar-Bestände bei gleichzeitiger Erhöhung der Währungsreserven in chinesischen Yuan.

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Quelle: ZeroHedge


Der Analyst Steve Englander von der Standard Chartered Bank misst dem Artikel zufolge insbesondere dem weiteren Anstieg der globalen Reserven in Yuan große Bedeutung bei. Obwohl die Währung Chinas gegenüber dem US-Dollar im zweiten Quartal deutlich gesunken war, nahm der Anteil des Yuan an den Devisenreserven insgesamt zu. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach dem chinesischen Yuan als Reserveasset weiter steigt, und spiegelt die wachsende Bedeutung der Währung im internationalen Handel wider.

Der Rückgang der in US-Dollar gehaltenen Reserven ist unter Umständen jedoch weniger bedeutsam und könnte vor allem eine Folge des Wertverlustes der Währungen verschiedener Schwellenländer sein. Es ist davon auszugehen, dass mehrere Staaten in die Währungsmärkte eingriffen und US-Dollars verkauften, während sie ihre lokale Währung kauften, um deren Kurs zu stabilisieren und weitere Rückgänge zu verhindern.

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Anteil von USD, EUR, JPY und CNY an den internationalen Währungsreserven (Quelle: ZeroHedge)


Es ist allerdings auch möglich, die Daten des IWF als Hinweis auf eine zunehmende Abwendung vom US-Dollar zu interpretieren. Die Portfolioverwalter der Zentralbanken streben möglicherweise eine stärkere Diversifizierung ihrer Dollarbestände an, sei es aus finanziellen Überlegungen heraus oder aufgrund politischer Differenzen mit den Vereinigten Staaten.

Nichtsdestotrotz hat der US-Dollar nach wie vor einen Anteil von mehr als 60% an den globalen Devisenreserven, während sich der Anteil des Yuan dem aktuellen Bericht zufolge auf 1,8% beläuft. Es ist daher wahrscheinlich noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, doch es wird interessant sein zu beobachten, ob sich der Trend zur "De-Dollarisierung" künftig auch in zunehmenden Maße auf staatliche Entscheidungen zur Kapitalallokation auswirkt.


© Redaktion GoldSeiten.de



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