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So erkennen Sie die nächste Finanzkrise

23.09.2018  |  Steve Saville
Es folgt ein Auszug aus einem Kommentar, der ursprünglich vor etwa drei Wochen auf www.speculative-investor.com veröffentlicht wurde.

Glauben Sie, dass Finanzkrisen plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten? Wenn Sie Ihre Informationen aus der Mainstream-Finanzpresse beziehen, dann wäre das nur allzu verständlich. Allerdings gibt es immer Warnzeichen, wenn Sie wissen, wo Sie suchen müssen.

Nachfolgend erkläre ich vier Frühindikatoren für finanziellen Stress und/oder wirtschaftliche Zuversicht, die leicht zu beobachten sind und bei denen es sich auch lohnt, sie im Blick zu behalten. Wahrscheinlich werden all diese Indikatoren rechtzeitig vor der nächsten Finanzkrise ein entsprechendes Warnsignal senden, und es ist praktisch sicher, dass mindestens zwei von ihnen einen deutlichen Hinweis liefern.

1) Die Zinsstrukturkurve, wie dargestellt im folgenden Chart: die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe minus die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihe.

Wie ich schon oft erklärt habe, signalisiert die Zinskurve durch eine extreme "Abflachung" und einen anschließend beginnenden Anstieg, dass sich eine durch Inflation befeuerte Boomphase dem Ende zuneigt. Der Tiefststand wurde beispielsweise im November 2006 verzeichnet und im Juni 2007 gab es bereits deutliche Anzeichen für eine Umkehr des Trends. Das war die Warnung vor der Finanzkrise. Bis August 2007 beschleunigte sich der Trend dann.

Heute ist die Zinsstrukturkurve eher mit dem vierten Quartal von 2006 vergleichbar, als mit dem dritten Quartal von 2007. Eine Wiederholung von 2008 steht also nicht unmittelbar bevor.

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2) Die Kreditspanne, wie dargestellt im folgenden Chart: die Differenz zwischen dem Benchmark-Index für US-Hochzinsanleihen Merrill Lynch US High Yield Master II und der Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe.

Wenn die Kreditspanne beginnt sich auszuweiten, ist dies ein Hinweis auf sinkendes Vertrauen in die Wirtschaft und/oder die Tatsache, dass die Marktteilnehmer das Ausfallrisiko im Junk-Sektor der Anleihemärkte höher einschätzen. Das geschieht bereits lange vor dem Beginn der Rezession oder Krise. Die ersten Anzeichen einer steigenden Kreditspanne waren z. B. schon im Juli 2007 zu erkennen und spätestens im November 2007 war dann ziemlich klar, dass sich da etwas zusammenbraute.

Falsche positive Signale in Bezug auf eine bevorstehende Krise sind bei der Kreditspanne übrigens viel häufiger als falsche negative Signale, d. h. es ist viel wahrscheinlicher, dass dieser Indikator falschen Alarm auslöst, als dass er im Vorfeld einer Krise stumm bleibt. Im Moment gibt er keinen Mucks von sich.

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3) Die kurzfristigen Zinsen, zu denen sich die Banken gegenseitig Geld leihen, im Vergleich zum offiziellen Zinssatz, zu dem sich die US-Regierung Geld leiht; dargestellt ihm folgenden Chart durch den Spread zwischen dem LIBOR und der Rendite der 3-monatigen US-Staatsanleihe.

Wenn sich in Teilen des Bankensystems Probleme abzuzeichnen beginnen, dann spiegelt sich das in höheren Zinssätzen für kurzfristige Kredite am Interbankenmarkt wider, lange bevor es an die Öffentlichkeit dringt. Folglich steigt die Spanne zwischen dem 3-Monats-LIBOR (dem durchschnittlichen Zinssatz, zu dem sich die Banken gegenseitig Kredite mit einer Laufzeit von drei Monaten gewähren) und dem 3-monatigen T-Bill.


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