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Steuern, Inflation und Gold werden mit dem 3. Hilfspaket für Griechenland steigen

18.07.2015  |  Markus Blaschzok
Nicht einmal ein "Nein" bei der Volksabstimmung in Griechenland brachte den medial extrem heiß gekochten GREXIT. Wir nahmen in den vergangenen Monaten in Interviews, Konferenzen und Artikeln stets fest die Position einer letztlichen Einigung ein und machten uns zu keiner Zeit Gedanken über einen Austritt Griechenlands. In dieser Woche sagte auch EZB-Chef Mario Draghi auf seiner Konferenz, dass die Euro-Mitgliedschaft Griechenlands nie infrage gestellt wurde.

Die EU und EWU sind politische Projekte, die undemokratisch von Sozialisten etabliert wurden, weshalb ein Scheitern keine Option für die Strippenzieher ist. Die Politiker in den Parlamenten waren dabei keineswegs so uneinig, wie die Medien es den Menschen glauben machen wollten und wenn unaufgeklärte Politiker doch einmal aus der Spur liefen, wurden die Zügel eben strenger gezogen. Die letzten Wochen waren ein Meisterstück der Demagogie im ganz großen Kino - Chapeau!

Es gibt also das dritte Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 86 Mrd. Euro, das vom EFSM vorübergehend und letztlich vom ESM finanziert werden soll. Griechenland muss für den erneuten Kredit im Gegenzug Staatsunternehmen für rund 50 Mrd. Euro privatisieren, während die Erlöse in einen Treuhandfonds übergehen sollen. 25 Mrd. werden für die Rekapitalisierung der Banken genutzt, 12,5 Mrd. um die Schuldenlast Griechenlands zu drücken und weitere 12,5 Mrd. will der griechische Staat "investieren".

Vernünftiger wäre es, man würde die restlichen 12,5 Mrd. Euro ebenso für die Reduzierung von Schulden verwenden, anstatt diese für unproduktive und unnütze staatliche "Investitionsausgaben" zu verschwenden. So ließe sich die Steuer- und Zinsbelastung schneller reduzieren, sodass den Menschen und deren Unternehmen wieder mehr Luft für Investition, Produktion und letztlich Konsum bliebe, sodass langsam ein nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung stattfinden kann. Mit der Österreichischen Schule sind Bankenrekapitalisierungen und Staatsinvestitionen sowie staatliche Verschuldungen nicht vereinbar und müssen immer klar als sozialistische Phänomene eingestuft werden.


Soli-Erhöhung auf 8% wegen Transferzahlungen nach Griechenland

Mittlerweile hat die EZB im Zuge der Einigung beschlossen, die ELA-Notkredite für das griechische Bankensystem in der kommenden Woche um fast eine Milliarde Euro wieder zu erhöhen. Mit 90 Mrd. Euro bzw. 130 Mrd. Euro gesamt ist das Eurosystem der größte Einleger bei den griechischen Banken und hat eine Staatspleite sowie einen Bankrott des Bankensystems massgeblich verhindert. Dieses Geld sowie die 86 Mrd. Euro für das dritte Hilfspaket kommen aus der Druckerpresse, egal ob sie offiziell direkt aus den EU-Staaten, dem EFSM, dem ESM oder der EZB kommen werden.

Am Ende des Tages steht dann immer die Besteuerung der Bürger und die sozialistische Umverteilung von Einkommen und Vermögen, da Staaten und deren Einrichtungen kein Geld besitzen, sondern alle Ausgaben von der Bevölkerung eintreiben müssen. Dies bedeutet für uns, dass der Euro weiter an Kaufkraft verlieren, die Renten- und Pensionsansprüche real sinken, Ersparnisse über Inflation enteignet und die Steuern angehoben werden.

Der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hat richtig erkannt, "dass neue Kredite keine Kredite sind, sondern Transfers", wie er in der "FAZ" schrieb. Das dritte Hilfspaket sei der Einstieg in die Währungsunion, weshalb man den deutschen Anteil in Höhe von 22 Mrd. Euro am dritten Hilfspaket finanzieren könne, indem man den Solidaritätszuschlag von 5,5% auf 8% anheben würde.

Die Historie der beiden anderen Hilfspakete für Griechenland vom Frühjahr 2010 (110 Mrd. Euro) und vom Februar 2012 (130 Mrd. Euro), die letztlich einen weiteren Anstieg der Staatsschulden nicht verhindern konnten, zeigt deutlich, dass auch das dritte Hilfspaket letztlich ohne einen Schuldenschnitt für Griechenland auf keinen grünen Zweig führen wird. Von dem Finanzierungsbedarf Griechenlands für die kommenden drei Jahre in Höhe von ca. 82 Mrd. bis 86 Mrd. Euro werden 54 Mrd. Euro alleine für die Tilgung von Schulden und Zinsen verwendet werden.

Der IWF nimmt folgerichtig an, dass die Schulden Griechenlands längst untragbar sind, weshalb die Staatsverschuldung bis zum Jahr 2018 trotz der neuen Hilfen auf über 200% ansteigen könnte. Da eine Reduzierung der Geldmenge und ein Vertrauensverlust in den Euro durch einen Schuldenschnitt weder von den Banken, noch von Brüssel gewünscht ist, bleibt nur der Weg über die Druckerpresse mit der unbegrenzten Enteignung und Umverteilung über Inflation.

Diesen Weg wird man weitergehen, da eine Umkehr aus der Politik der weiteren Zentralisierung Europas im Zuge einer Transferunion für die sozialistischen Politiker aller Couleur keine Option ist. Die Edelmetallpreise werden in diesem inflationären Umfeld weiter zulegen.


Gold oder Silber als Investment?

Den Notenbanken gelang es den Preis für die Inflationsindikatoren Gold und Silber trotz dreier QE-Programmen in den USA seit vier Jahren zu drücken. Im Verhältnis zur US-Geldbasis sind Gold und Silber historisch unterbewertet. Wer bis jetzt noch nicht gegen Inflation und Staatsversagen vorgesorgt hat, kann sich dank der Marktmanipulation über subventioniert niedrige Edelmetallpreise freuen. Wir sind der Auffassung, dass Gold in Euro wahrscheinlich bereits vor anderthalb Jahren das Tief der Korrektur gesehen hat und der Preis in US-Dollar in Bälde einen Boden ausbilden wird.


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