Platin mit größtem Discount gegenüber Gold seit Jahrzehnten
21.12.2015 | Thorsten Proettel
Preise nach Zinserhöhung leicht schwächer
Die schon seit langer Zeit erwartete Zinswende in den USA führte bislang zu leicht niedrigeren Edelmetallpreisen. Vor der entscheidenden Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses legten die Notierungen zunächst zwar noch etwas zu. Doch gemessen an den Tageshöchstständen vom Mittwoch ist die Zwischenbilanz eindeutig: Gold verlor seitdem 1,7%, Silber 3,0%, Platin 3,4% und Palladium 4,4%.
Bleiben die Preise bis zum Jahresende unverändert, dann dürften Gold und Silber 2015 mit einem USD-Minus in Höhe von rund 12% beenden. Platin und Palladium verloren jeweils rund 30%. Aufgrund der starken USD-Abwertung könnten Gold und Silber in der europäischen Gemeinschaftswährung jedoch noch knapp mit einer "roten Null" davonkommen. Noch ist es allerdings zu früh, um zu beurteilen, wie sich der erste Zinsschritt in der Summe ausgewirkt hat.
Wichtig sind auch die Perspektiven für die weitere Zinsentwicklung 2016. Die Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses rechnen für das Ende des kommenden Jahres im Durchschnitt (hier: Median) mit Kurzfristzinsen in Höhe von 1,375%. Die ultraexpansive Geldpolitik dürfte demnach trotz der Zinsanhebung noch längere Zeit erhalten bleiben.
Platinpreis auf Siebenjahrestief
Wie bereits erwähnt, verbilligte sich vor allem Platin in den letzten Monaten drastisch. In den Sommermonaten drückte die Angst vor einer rasch einbrechenden Konjunktur in China das Metall. Die Volksrepublik ist nicht nur ein entscheidender Faktor für das globale Wirtschaftsklima, sondern auch der mit Abstand größte Absatzmarkt für Platinschmuck. Auf ihn entfallen etwa 22% der weltweiten Platinnachfrage in Höhe von etwa 250 Tonnen jährlich.
Weiterhin belastete der Skandal um manipulierte Abgaswerte von VW-Dieselfahrzeugen die Notierung. Rund 42% der Platinnachfrage gehen auf Kraftfahrzeughersteller zurück, die das Edelmetall hauptsächlich zur Produktion von Abgaskatalysatoren für Dieselmotoren einsetzen.
Platin günstiger als Gold
Der fortgesetzte Abwärtstrend führte dazu, dass Platin seit Jahresanfang 2015 günstiger als Gold ist und mittlerweile sogar mit einem Discount von rund 20% im Vergleich zum Goldpreis gehandelt wird. Diese Situation war in den vergangenen 25 Jahren noch nicht zu beobachten. Bislang konnte die Preisparität von Platin und Gold, also ein Platin/Gold-Verhältnis von 1, sogar als eine Art Untergrenze angesehen werden, weshalb zumindest die Historie für eine starke Unterbewertung von Platin spricht (siehe Chart). Im Zeitraum 1999 bis 2008 war Platin streckenweise sogar doppelt so teuer wie Gold.
Währungsabwertung mindert Druck auf Minen
Aus ökonomischer Perspektive können die Kosten der Platinförderung mit gewissen Einschränkungen ebenfalls als eine Art Preisuntergrenze angesehen werden. Die Minenunternehmen leiden derzeit nicht nur unter den sinkenden Erlösen für das Edelmetall, sondern gleichzeitig an steigenden Aufwendungen.
In Südafrika, wo rund 70% der weltweiten Platinförderung konzentriert sind, setzten die Bergbaugewerkschaften in den letzten Jahren deutliche Lohnsteigerungen durch und der staatliche Elektrizitätsversorger Eskom Holdings erhöhte seine Strompreise mehrere Jahre hintereinander um jeweils 25%.
Die schon seit langer Zeit erwartete Zinswende in den USA führte bislang zu leicht niedrigeren Edelmetallpreisen. Vor der entscheidenden Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses legten die Notierungen zunächst zwar noch etwas zu. Doch gemessen an den Tageshöchstständen vom Mittwoch ist die Zwischenbilanz eindeutig: Gold verlor seitdem 1,7%, Silber 3,0%, Platin 3,4% und Palladium 4,4%.
Bleiben die Preise bis zum Jahresende unverändert, dann dürften Gold und Silber 2015 mit einem USD-Minus in Höhe von rund 12% beenden. Platin und Palladium verloren jeweils rund 30%. Aufgrund der starken USD-Abwertung könnten Gold und Silber in der europäischen Gemeinschaftswährung jedoch noch knapp mit einer "roten Null" davonkommen. Noch ist es allerdings zu früh, um zu beurteilen, wie sich der erste Zinsschritt in der Summe ausgewirkt hat.
Wichtig sind auch die Perspektiven für die weitere Zinsentwicklung 2016. Die Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses rechnen für das Ende des kommenden Jahres im Durchschnitt (hier: Median) mit Kurzfristzinsen in Höhe von 1,375%. Die ultraexpansive Geldpolitik dürfte demnach trotz der Zinsanhebung noch längere Zeit erhalten bleiben.
Platinpreis auf Siebenjahrestief
Wie bereits erwähnt, verbilligte sich vor allem Platin in den letzten Monaten drastisch. In den Sommermonaten drückte die Angst vor einer rasch einbrechenden Konjunktur in China das Metall. Die Volksrepublik ist nicht nur ein entscheidender Faktor für das globale Wirtschaftsklima, sondern auch der mit Abstand größte Absatzmarkt für Platinschmuck. Auf ihn entfallen etwa 22% der weltweiten Platinnachfrage in Höhe von etwa 250 Tonnen jährlich.
Weiterhin belastete der Skandal um manipulierte Abgaswerte von VW-Dieselfahrzeugen die Notierung. Rund 42% der Platinnachfrage gehen auf Kraftfahrzeughersteller zurück, die das Edelmetall hauptsächlich zur Produktion von Abgaskatalysatoren für Dieselmotoren einsetzen.
Platin günstiger als Gold
Der fortgesetzte Abwärtstrend führte dazu, dass Platin seit Jahresanfang 2015 günstiger als Gold ist und mittlerweile sogar mit einem Discount von rund 20% im Vergleich zum Goldpreis gehandelt wird. Diese Situation war in den vergangenen 25 Jahren noch nicht zu beobachten. Bislang konnte die Preisparität von Platin und Gold, also ein Platin/Gold-Verhältnis von 1, sogar als eine Art Untergrenze angesehen werden, weshalb zumindest die Historie für eine starke Unterbewertung von Platin spricht (siehe Chart). Im Zeitraum 1999 bis 2008 war Platin streckenweise sogar doppelt so teuer wie Gold.
Währungsabwertung mindert Druck auf Minen
Aus ökonomischer Perspektive können die Kosten der Platinförderung mit gewissen Einschränkungen ebenfalls als eine Art Preisuntergrenze angesehen werden. Die Minenunternehmen leiden derzeit nicht nur unter den sinkenden Erlösen für das Edelmetall, sondern gleichzeitig an steigenden Aufwendungen.
In Südafrika, wo rund 70% der weltweiten Platinförderung konzentriert sind, setzten die Bergbaugewerkschaften in den letzten Jahren deutliche Lohnsteigerungen durch und der staatliche Elektrizitätsversorger Eskom Holdings erhöhte seine Strompreise mehrere Jahre hintereinander um jeweils 25%.