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Inflation ist keine Naturkatastrophe. Sie ist menschengemacht ...

19.11.2021  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Die Zentralbanken haben für einen gewaltigen Geldmengenüberhang gesorgt, der sich nun in steigender Konsumgüter- und/oder Vermögenspreisinflation entlädt. Wer US$, € & Co hält, dem drohen Verluste.

"Paper money is liable to be abused, has been, is, and forever will be abused, in every country in which it is permitted." - Thomas Jefferson


Die Erklärung der Güterpreisinflation

Die Güterpreisinflation im Euroraum hat im Oktober 2021 4,1 Prozent erreicht nach 3,4 Prozent im Vormonat und ist damit mehr als doppelt so hoch wie die Güterpreisinflation von 2-Prozentpunkten, die die Europäische Zentralbank (EZB) den Menschen versprochen hat (Abb. 1). In den Vereinigten Staaten von Amerika hat die Güterpreisinflation sogar 6,2 Prozent im letzten Monat erreicht. Auch in China, Japan und Großbritannien hat die Konsumgüterpreisinflation angezogen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stellt sich die Frage: Ist der Anstieg der Güterpreisinflation nur vorübergehend oder dauerhaft? Diese Frage lässt sich nur sinnvoll beantworten, wenn man die Gründe für die Preisinflation kennt.

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Quelle: Refinitiv; Berechnungen Degussa.


Ökonomen geben nun allerdings unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Zwei Positionen stehen sich gegenüber: die nicht-monetäre und die monetäre Erklärung der Güterpreisinflation. Die Vertreter der nicht-monetären Sichtweise sagen, die Güterpreisinflation sei die Folge von einem Nachfrageüberhang auf den Märkten ("Demand Pull") und/oder einer Verteuerung der Produktionsgüter wie zum Beispiel Ölpreis- und Lohnsteigerungen ("Cost Push").

Die Zentralbankräte und die ihnen zuarbeitenden Hauptstrom-Ökonomen berufen sich gern auf die nicht-monetäre Erklärung der Güterpreisinflation. Zum Beispiel erklärt die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Website, warum die Güterpreise stark steigen, wie folgt: "Dies geschieht hauptsächlich aus drei Gründen: dem schnellen Wiederhochfahren unserer Wirtschaft, der Tatsache, dass höhere Energiepreise die Inflation nach oben treiben und einem Umstand, der in der Statistik "Basiseffekt" genannt wird."¹ Die Rolle der Geldmenge für die Güterpreisinflation - die monetäre Inflationserklärung - bleibt unerwähnt, taucht gar nicht auf.

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Quelle: Refinitiv; Berechnungen Degussa. Serien sind indexiert (Q1 1999 = 100). Gepunktete Linie: geschätzter unterliegender Trendverlauf.



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